Hintergrundinformationen

Der Flugplatz Lüneburg steht vor der Schließung und das Gelände vor einer ungewissen Zukunft. Nach bestehenden Ratsbeschluss wird der Flugbetrieb im Oktober 2020 eingestellt und der Flugplatz aufgelöst.

Der Flugplatz ist die Existenzgrundlage des gemeinnützigen Luftsportvereins Lüneburg e.V., einer der ältesten Luftsportvereine in Deutschland. Der LVL hat mehr als 180 Mitglieder. Am Flugplatz sind derzeit 48 Luftfahrzeuge beheimatet. Der Flugplatz ist die Existenzgrundlage der Gaststättenbetreiber „Graf Zeppelin“. Er ist ebenfalls Heimat des Lüneburger Ortsverbands des Deutschen Amateur Radio Club e.V sowie des Fahrradtrial OrtsclubLüneburg e.V. im ADAC.

Das heutige Flugplatzgelände ist der verbliebene Reststreifen des ehemaligen Fliegerhorstes. Es grenzt unmittelbar an die Theodor Körner Kaserne. Das Gelände hat eine Ost-West-Ausrichtung, ist ca. 1 000 m lang und ca. 145 m breit. Der Flugplatz gewährleistet die  Erreichbarkeit Lüneburgs für gewerbliche und touristische Zwecke mit einem Luftfahrzeug und er erzeugt jährliche Pachteinnahmen für die Stadt Lüneburg von 25 000 €.

Das Flugplatzgelände ist laut der Stadtklimaanalyse 2018 die letzte verbliebene Kaltluftschneise Ost. Seine Grün- bzw. Freifläche wurde als bioklimatisch sehr wertvoll für das Stadtklima klassifiziert. Die Freifläche Flugplatz hat unmittelbare Auswirkungen für den Luftaustausch für das gesamte bebaute Gebiet östlich des Bahnhofs.

Neben der aktiven fliegerischen Nutzung ist auf dem Flugplatz ein Biotop entstanden. Eine ökologische Geländeuntersuchung  ergab wertvolle Grünstreifen, Artenreichtum an Insekten und Kleintieren, Nistplätze bedrohter Vogelarten sowie großflächig genutzte Ruheräume für  Zug-/Gastvögel. Zusätzlich wurden große Bereiche als ökologische Ausgleichsfläche für bereits durchgeführte Baumaßnahmen der Stadt, z.B. Leuphana, im Jahr 2018 hergerichtet.

Der Lüneburger Flugplatz ist ein Aktivposten für den regionalen Katastrophenschutz und für öffentlich luftrechtliche Belange. Bei den Elbeflutkatasrophen und Castor-Transporten diente er den fliegerischen Verbänden. Er ist Heimat des Feuerwehrflugdienstes sowie dessen Organisation, der aufgrund der Klimaerwärmung immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Seit jeher ist der Lüneburger Flugplatz ein Anziehungspunkt, sowohl an Wochenenden, an Flugtagen und bei Veranstaltungen jeglicher Art. Er ist fester Bestandteil des kulturellen Angebots der Stadt an seine Bürger. Er ist Freizeitgestaltung und Erholung für Luftfahrtbegeisterte und Besucher. Aktive Jugendarbeit, Tätigkeit im Ehrenamt und Leistungssport werden am Lüneburger Flugplatz durchgeführt.